Was ist globale?

Das globale Filmfestival bietet einen Ort, an dem Filme Medium der Kommunikation und Vernetzung sind. Gemeinsam lernen wir hier andere Perspektiven und Wege kennen und diskutieren über sie. Es geht um Sichtweisen auf verschiedene Lebenswelten, auf die Verkettung von Realitäten sowie auf globale und lokale Machtverhältnisse. Wir wollen die Institutionen und Strukturen hinter Konflikten und sozialen Missständen sichtbar und hörbar machen, ihre systematischen Ansprüche und Mittel der Durchsetzung.

Geschichten über Gegenwehr, Widerstand und alternative Handlungsmodelle werden auf der globale in bewegten Bildern erzählt, Zusammenhänge und Bedingtheiten zwischen sozialen Kämpfen analysiert: Wie organisieren Menschen ihr Leben in den durch weltweite koloniale Verhältnisse geprägten Strukturen? Welchen Einfluss haben Kapitalismus und dessen neoliberale Formen auf unsere Gesellschaften? Wie können wir das patriarchal geprägte Wertesystem verlassen und uns widersetzen?

Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung interessieren uns Fragen zum Medium Film, die die Protagonist_innen, Zuschauer_innen, Filmschaffenden und andere Gäste wie auch die Festivalmitarbeiter_innen gleichermaßen angehen: Wie können wir Missstände aufzeigen, ohne Betroffene in eine Opferperspektive zu drängen? Wie gehen wir damit um, dass meistens über andere erzählt wird und nicht über sich selbst? Wie funktioniert es, tatsächlich neue Perspektiven anzuregen, statt unsere eigene Theorie zu einer Fragestellung als die einzig richtige anzusehen? Welche Möglichkeiten gibt es, Ungerechtigkeiten zu problematisieren, gleichzeitig aber auch motivierende, positive Ausblicke zu bieten?

Die globale kann nicht auf alle Fragen Antworten finden, aber wir wollen eine Plattform für Menschen bieten, die sich solche und ähnliche Fragen auch stellen.

Wer ist globale?

Wir – das ist ein ungefähr 15-köpfiges offenes Kollektiv in seit Beginn wechselnder Zusammensetzung. Wir organisieren uns basisdemokratisch und legen Wert auf hierarchiefreie wie diskriminierungsfreie Strukturen. Alle Mitstreiter_innen bringen ihre unterschiedlichen Interessensschwerpunkte und Perspektiven in das Festival ein, Multiperspektivität sehen wir auch innerhalb unserer Gruppe als Bereicherung.
Fokus, Radikalität und Ausdrucksform unserer inhaltlichen, filmischen und organisatorischen Intentionen sind steter Veränderung unterworfen, abhängig von den verschiedenen Meinungen, Ambitionen und Träumen all derjenigen, die an der globale mitwirken. Neue Ansätze und Ideen sind immer willkommen und wir freuen uns über interessierte Menschen, die die globale mit gestalten möchten.

Welche Art Filmfestival ist globale?

Seit 2003 organisieren wir die globale – ein nicht-kommerzielles Festival, bei dem es nicht um Wettbewerb, sondern um Diskussion, Filmerlebnis und Austausch geht.
Vielfältige Filme wollen gemeinsam erfahren werden: Dokumentarische Geschichten über Menschen und Orte, Aktivisti_innen-Clips, experimentelle Arbeiten, Kunst-Videos, Spielfilme mit kritischen Ansätzen, historisches Material oder eben die klassisch informative Doku. Anschließende Gespräche mit Besucher_innen, Filmemacher_innen, Aktivist_innen und anderen Gästen sind uns wichtig um uns über Erfahrungen, Fragen und Widersprüche auszutauschen – ob im Kinosaal, bei einem Workshop oder anderen Veranstaltungsorten.
Das globale Filmfestival sehen wir als Ort, an dem Menschen sich kennenlernen und neue Impulse und Bewegungsweisen für das eigene Leben finden können.