labormov[i]e

Argentina

In den globalisierten Gewässern der Reichtumsproduktion schwimmt Argentina von Azul Blaseotto gegen die Strömung. Der Alltag auf der seit 2002 einzig selbstverwalteten Werft des Landes im Hafengebiet von Buenos Aires wird aus einer ungewöhnlich nahen Perspektive erlebt. Ohne politische Idealisierung wird die menschliche Konstellation der Arbeit in einer besetzten Fabrik gezeigt. Der Film zeichnet dabei ein Bild von prekärer Arbeit als Metapher für ein prekäres Leben jenseits privater oder staatlicher Wirtschaftsorganisation – und auch den Stolz und Spaß dabei.

Einführung: Archi Kuhnke. Anschließend Diskussion mit der Filmemacherin

20 Min
Filmsprache:
spanisch
Untertitel:
englisch

Alles prekär, oder was?

(workshop für jugendliche ab 15 jahren)
sa., 18.10., 11.30 uhr
(extern: Treffpunkt Moviemento)

Corazón de Fábrica

Die seit 2001 besetzte Kachelfabrik in Patagonien ist im Oktober von Räumung bedroht, weil offizielle Nutzungsverträge auslaufen. Als Zanon 2001 die Löhne nicht mehr auszahlte, begannen 260 ArbeiterInnen sich zu organisieren und ohne Chefs zu produzieren. Begleitet wird der lange Kampf der Kooperative gemeinsam mit Mapuche-Gemeinden, Gewerkschaften und anderen Akteuren: Arbeitsalltag, Vollversammlungen genauso wie Konzerte in der Fabrik. Mit Aktiven aus dem Zanon-
Solidaritäts-Netzwerk.

A close-up documentation on the struggle of the Argentinean Zanon-cooperative, which produces and organizes in self-organization, and will be threatened by eviction this October.

80 min
Filmsprache:
spanisch
Untertitel:
englisch

Finally we got the news

Detroit 1968: Eine antiautoritäre Fabrikrevolte in der Autoindustrie fordert das Establishment heraus. Mit wilden Streiks und Fließbandsabotage wehren sich junge schwarze ArbeiterInnen gegen Arbeitshetze und Rassismus. Finally we got the news heißt der Film, den Beteiligte im Anschluss an die Revolte gedreht haben. DRUM Beats Detroit rekonstruiert Momente dieser Bewegung anhand unterschiedlicher Materialien. Texte analysieren die Kampfdynamik, der Film fokussiert das Geschehen um 1968, Musik reflektiert den Niedergang: Anfang der achtziger Jahre finden in den verrottenden Fabrikhallen die ersten Techno-Partys statt.

Detroit 1968 is the center of a grassroot rebellion of young black workers in the auto industry. The film Finally we got the news was produced in 1970 together with the „League of Revolutionary Black Workers“. It draws a striking picture of the exploitation and racism at the workplaces as well as of the organizing efforts to fight back.

Die Taxi-Schwestern von Xian - Women at the Wheel

Frau Wang, Frau Duan und Frau Yu sind Taxifahrerinnen, „Taxischwestern“ genannt. Sie fahren zehn Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr in Xian und zählen zu den „Glücklichen“, weil sie mit ihren Ersparnissen den Taxischein gemacht und im Zuge der Privatisierungen den Sprung zu eigenem Einkommen geschaff t haben. Doch die Taxibranche ist keine leichte Kost. Es sind nicht nur die Strapazen der Arbeit, der Druck hoher Schulden und der bescheidene Verdienst, sondern auch der Umgang mit
korrupten Offiziellen und Betrügern, der sie jeden Tag an ihre Grenzen bringt. Während wir mit den drei Frauen durch die Millionenstadt Xian fahren erfahren wir von ihrem Dasein, ihrem Leid, ihrer Freude, und ihren Sehnsüchten.

Driving around with three “taxi sisters” in Xian we get an insight into the daily hassles of their lives as well as into the processes of privatization in China and how they affect female labor.

72 min.
Filmsprache:
chinesisch
Untertitel:
deutsch