Afrika
Arlit, la deuxième Paris
In den 70er Jahren erwarb sich die nigerianische Stadt Arlit den Beinamen „das zweite Paris“. Reiche Uranvorkommen machten sie zu einer Drehscheibe in der Region. Seit den Aufständen der Tuareg Anfang der 80er Jahre und dem Rückzug des französischen Förderkonzerns Cogema ist Arlit zu einer Geisterstadt und einer Anlaufstelle für MigrantInnen auf dem Weg nach Algerien geworden. Der Film beschäftigt sich mit den Langzeitfolgen des Uranabbaus und stellt dabei eine Vielzahl von Menschen unterschiedlicher Herkunft vor.
Dienstagspraxis am 30.10.2007 im bbooks Buchladen

Leona Goldstein ist Fotografin und Videoaktivistin. Elke Marhöfer ist Videokünstlerin. Beide leben und arbeiten in Berlin. Ihre beiden an diesem Abend vorgestellten Filme sind Dokumente einer nach unterschiedlichen Motiven und Möglichkeiten erlebten Realität in Westafrika.
globale Kiel
Mit Filmen von dem globale07-filmfestival aus Berlin werden wir uns im Kommunalen Kino in Kiel den Themen Ernährung, Umwelt, prekäre Arbeitsbedingungen, Sozialabbau, Konzernherrschaft, Migration und Privatisierung widmen. Aber auch Alternativen und Bewegung, Engagement und Widerstand, Hoffnung und Utopie werden dargestellt. Im Rahmen internationaler Organisationen wie WTO, IWF, G8 und Weltbank treiben die industrialisierten Länder ihre Freihandelsdoktrin immer weiter voran mit sehr unterschiedlichen Folgen für verschiedene Regionen der Welt. Weltweit stehen Menschen Privatisierungen, Biopiraterie, Raubbau an der Natur und Zerstörung von Lebensräumen sowie Sozialabbau, fehlendem Zugang zu Bildung, mangelnder Gesundheitsversorgung und Entdemokratisierung gegenüber.
Alltag Überwachung
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Hunderttausende öffentliche und private Kameras sind in Deutschland installiert. Doch die Forderung nach mehr Videoüberwachung reißt nicht ab. Manche erhoffen sich davon mehr Sicherheit, andere warnen vor der Überwachung - zum Beispiel in Leipzig. Dort setzt die Polizei seit langem auf Kameras.
Wer mit wem telefoniert, wo sich Handy-Besitzer aufhalten, jeder Internet-Abruf: Künftig sollen in der EU Kommunikationsdaten in ungeheurem Ausmaß gespeichert werden, zum Schutz vor Terroristen. "Die Bevölkerung wird unter Generalverdacht gestellt", meinen Datenschützer. Peter Strehmel hat schon erfahren, wie sich das anfühlt.
Vom Supermarkt-Etikett über das WM-Ticket bis zum Reisepass: In immer mehr Gegenständen stecken winzige Funkchips. Die Industrie verspricht sich von der RFID-Technik billigere Logistik und ihren Kunden individuellere Dienstleistungen. Skeptiker reden dagegen von "Schnüffelchips?.
Ob durch Überwachungskameras an der Tankstelle, beim Surfen im Internet oder beim Bezahlen mit einer Treuekarte: Freiwillig oder unfreiwillig hinterlässt jeder Spuren.
Ase tena pa – The struggle for livelihood in mining communities
Der Film zeigt das Leben von Gemeinden in Ghana, die traditionell vom Landbau gelebt haben und denen durch Goldminen die Lebensgrundlage entzogen wurde. Der Goldabbau reißt tiefe Krater in die Landschaft und stellt auch die Gemeinden nicht selten vor eine Zerreißprobe. Verkaufen oder kämpfen, bleiben oder gehen? Lokale AktivistInnen ermutigen die Bäuerinnen und Bauern, auf ihren Rechten zu bestehen. Unterdessen rühmt sich die Minenfirma ihres sozialen Bewusstseins und verspricht, die Abbaukrater eines Tages wieder aufzufüllen. Es entsteht ein mehrschichtiges Bild von den Interessenlagen und Verantwortlichkeiten.
Anschließend Diskussion
zu Gast: Vivian Schüler (Regisseur), VertreterIn von FIAN, Köln (angefragt)
Au clair de la lune
10 Monate bereiste Leona Goldstein die Elfenbeinküste, Burkina Faso und Mali. Sie befragte MenschenrechtsaktivistInnen, Künstler und abgeschobene Flüchtlinge nach ihren Visionen zu „Utopia Europe“, Chancen und globalem Gleichgewicht. Der Film fokussiert auf die Verantwortung Europas in den afrikanischen „Krisen” und die Zukunft des Grundrechts auf Asyl.
www.zapanka.net
Bauern!
Bamako
Bamako ist die Inszenierung eines wütenden Traums: ein Tribunal der Geschädigten und Gedemütigten gegen die mächtigen Institutionen
des „Nordens“. In einem Innenhof in Malis Hauptstadt Bamako versammeln sich AktivistInnen, AnwohnerInnen, Schaulustige und erzählen vom täglichen Leben unter dem neuen Kolonialismus.
Der Film vermittelt objektive Bestandsaufnahme und subjektiv erlebten Alltag und erzählt von den Strategien der Weltbank mit der gleichen Unmittelbarkeit wie vom Wäschewaschen oder den Auswanderungsplänen einer Barsängerin.
Crossroads at the edge of worlds
Charles Heller folgt einer stark frequentierten Migrationsroute von sub-saharischen Fluüchtlingen nach Marokko. Hier wird der reale Kampf ausgetragen, den Europa durch die Militarisierung seiner Grenzen nach Nordafrika verlagert. Polizeigewalt, Tod durch Verdursten in der Wüste, informelle Camps, die regelmäßig geplündert und zu Rekrutierungslagern für Niedriglohnbeschäftigte werden.Gesteuerte Demokratie?
Die stärkere Militarisierung der Bundesrepublik seit den frühen 1990er Jahren findet ihre Entsprechung in den Ansagen des aggressiver gewordenen deutschen Kapitals. Dazu ist ein Blick nötig auf das, was früher Kriegs-Propaganda hieß und sich heute als „interner Medienmix“ der Bundeswehr darstellt. In Interviews mit Offizieren im „Zentrum Operative Information“ und des “Dezernat Einsatzkamera“ wird die ideologische Ausrichtung dieser Truppe deutlich. Einst staatlich garantierte Grenzen zwischen „innerer“ und „äußerer Sicherheit“ werden in eines für die BRD vielleicht neuen Typus des Staatfernsehens vermischt.
Wir zeigen den Film und das globalRADIO bringt die Tonspur (www.gradio.org) mit anschließendem Offenen Mikrophon.
Video-Download: http://v2v.cc/v2v/Gesteuerte_Demokratie%3F
