2004

Leben außer Kontrolle

Mitte der 80er Jahre findet die Wissenschaft mit der Gentechnologie den Schlüssel, sich die Erde und vor allem ihre Geschöpfe endgültig untertan zu machen. Plötzlich schien alles möglich! 20 Jahre später begeben wir uns auf eine Weltreise um die fortschreitende Genmanipulation bei Pflanzen, Tieren und Menschen zu erkunden.
Wie schon bei der sogenannten friedlichen Nutzung der Atomenergie verspricht die Industrie das Paradies auf Erden: Keinen Hunger mehr, keine Pestizide, noch höhere Erträge...
Weltweit bieten nur eine Handvoll idealistischer Wissenschaftler der Industrie die Stirn und untersuchen - unabhängig von deren Geld - die Auswirkungen transgener Tiere und Pflanzen auf die Umwelt und auf unsere Gesundheit, wenn wir diese genmanipulierten Lebensmittel zu uns nehmen.

95 min
Filmsprache:
deutsch

Las grandes alamedas

Chile gilt oft als wirtschaftliches und soziales Vorzeigemodell Lateinamerikas. Der Film erzählt dagegen eine andere Geschichte: Sie führt von der Diktatur Pinochets direkt zum heutigen entfesselten Neoliberalismus. Mit dem Putsch 1973 begann ein tiefgreifender Umbau der ökonomischen und gesellschaftlichen Struktur. Die für viele Menschen unvorstellbaren Privatisierungsmaßnahmen und die vollkommene Liberalisierung des Marktes haben in Chile nicht nur zu hohen Wachstumsraten geführt, wie gerne von der ausländischen Presse und von „WirtschaftsexpertInnen“ hervorgehoben wird, sondern initiierten gleichermaßen einen praktischen Ausverkauf des Landes an multinationale Konzerne. Heute, 30 Jahre nach dem Putsch, ist das Land weiterhin von Armut geprägt und durch privatisierte öffentliche Sektoren erschüttert. Durch die persönlichen, kritisch reflektierenden Erzählungen der verschiedenen Protagonisten begibt sich der Film zugleich auf die Spur des früheren und heutigen Widerstands.

68 min.
Filmsprache:
spanisch
Untertitel:
deutsch

Guardando nuestra semilla

Einblicke in die ernährungspolitische Gegenwart. Vier Kurzfilme: 1. Unwiderrufliche Folgen der OGM Plantagen in Spanien 2. Soziale Auswirkungen der OGM Soja Plantagen in Paraguay; exportiert als Tierfutter nach Spanien, zeigen sich soziale und ökologische Konsequenzen dieses Agrikulturmodells für spanische Bauern 3. Aktivismus zur Erhaltung der genetischen Vielfalt von Samen in Ecuador 4. Protest gegen den Anbau gentechnisch veränderter Organismen in Portugal.
A big and dangerous presence: 1-The irreversible effects of the OGM plantations in the spanish production; 2-The social effects of the OGM soja plantations in Paraguay, exported as food for animals to Spain, and the social and ecological consequences of this agricultural model for Spain and his farmers; 3- activism to keep the food soberanity in Ecuador; 4- activism to wake up in Portugal.

Anschließend Diskussion

zu Gast / guest: guest: Steffi Ober - NaturschutzbundMarita Wiggerthale

15 Min.
Filmsprache:
spanisch
Untertitel:
englisch

Primero de Mayo (La Ciudad-fábrica) / First of May (The City Factory)

Primero de mayo nimmt die radikalen Umbrüche von Lebens- und Arbeitsstrukturen in westlichen Gesellschaften und die gleichzeitige Wandlung politischer Protestformen ins Blickfeld. In essayistischer Manier montiert der spanische Künstler Marcelo Expósito Interviews, historische Filmaufnahmen, Musik und Videoaufzeichnungen, um die komplexen Transformationen der letzten Jahrzehnte aufzuspüren und die zunehmende Diffusion prekärer Produktionsverhältnisse in den städtischen Alltagsraum zu verdeutlichen.

A complex video essay about the western diffusion of precarious working structures into everyday life and the city space, as well as about the coherent transformation of forms of political protest.

70 Min.

La ciudad de la espera - City of wait


Alhoceima befindet sich im Rif-Gebirge, im Norden von Marokko, wo seit drei Generationen die Auswanderung nach Europa zur einzigen Zukunftsperspektive wurde. Dieser sehr stimmungsvolle Dokumentarfilm begleitet eine Hausfrau, einen Taxifahrer, einen Unternehmer, einen Künstler und eine feministische Aktivistin durch ihren Alltag und eine Realität, die geographisch so nah und doch dem Großteil der europäischen Öffentlichkeit völlig unbekannt ist.
60 Min
Filmsprache:
arabisch
Untertitel:
englisch

Rendez-vous manqué


Rendez-vous manqué beschreibt die Folgen der Privatisierung der Eisenbahnlinie Dhakar-Niger. Die Linie wurde 2001 von Senegal und Mali an das franko-kanadische Unternehmen Transrail verkauft. Das Unternehmen schränkte den Personenverkehr stark ein. Da die Bahnlinie der Hauptumschlagplatz für die von den Bauern in der Umgebung produzierten Waren war, verloren dadurch viele ihre Existenz. Der Kampf für die Rücknahme der Privatisierung wird von mehreren afrikanischen Eisenbahngewerkschaften, Verbänden von pensionierten Eisenbahnern, Bauern und Bäuerinnen gemeinsam geführt, die in der NGO Cocidirail zusammengeschlossen sind. International wird Cocidirail von dem europäischen Netzwerk der Eisenbahnergewerkschaften, der französischen SUDRail und T.I.E. unterstützt.

www.cocidirail.info

40 Min.
Filmsprache:
französisch
Untertitel:
deutsch

Sometimes in April


Sometimes in April beschäftigt sich mit dem Genozid der Hutu-Milizen an den Tutsi, dem 1994 in Ruanda innerhalb von 100 Tagen eine Million Menschen zum Opfer fielen und dem die internationale Staatengemeinschaft weitgehend tatenlos zusah. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der mit einer Tutsi verheiratete Hutu-Soldat Augustin Muganza, der sich dem Blutrausch der militärischen Führung widersetzt und dennoch seine ganze Familie verliert. In kompromisslosen Bildern zwingt Peck den Zuschauer, in der „unfassbaren Tragödie“ die Spuren einer weit verbreiteten politischen Skrupellosigkeit zu erkennen.

http://www.hbo.com/films/sometimesinapril/


139 Min

Sans Papiers


Die Kurzdoku Sans Papiers ergab sich aus Interviews mit Häftlingen im Abschiebegewahrsam Berlin-Köpenick. Die aus den Gesprächen hervorgehenden Beschreibungen fragwürdiger Verfahrensweisen mit den Inhaftierten unterschiedlicher Herkunft stellen eine derartige Institution und den Umgang mit Menschen ohne Papiere in Europa in Frage.
14 Min