Arbeitskämpfe

Corazón de Fábrica

Die seit 2001 besetzte Kachelfabrik in Patagonien ist im Oktober von Räumung bedroht, weil offizielle Nutzungsverträge auslaufen. Als Zanon 2001 die Löhne nicht mehr auszahlte, begannen 260 ArbeiterInnen sich zu organisieren und ohne Chefs zu produzieren. Begleitet wird der lange Kampf der Kooperative gemeinsam mit Mapuche-Gemeinden, Gewerkschaften und anderen Akteuren: Arbeitsalltag, Vollversammlungen genauso wie Konzerte in der Fabrik. Mit Aktiven aus dem Zanon-
Solidaritäts-Netzwerk.

A close-up documentation on the struggle of the Argentinean Zanon-cooperative, which produces and organizes in self-organization, and will be threatened by eviction this October.

80 min
Filmsprache:
spanisch
Untertitel:
englisch

Finally we got the news

Detroit 1968: Eine antiautoritäre Fabrikrevolte in der Autoindustrie fordert das Establishment heraus. Mit wilden Streiks und Fließbandsabotage wehren sich junge schwarze ArbeiterInnen gegen Arbeitshetze und Rassismus. Finally we got the news heißt der Film, den Beteiligte im Anschluss an die Revolte gedreht haben. DRUM Beats Detroit rekonstruiert Momente dieser Bewegung anhand unterschiedlicher Materialien. Texte analysieren die Kampfdynamik, der Film fokussiert das Geschehen um 1968, Musik reflektiert den Niedergang: Anfang der achtziger Jahre finden in den verrottenden Fabrikhallen die ersten Techno-Partys statt.

Detroit 1968 is the center of a grassroot rebellion of young black workers in the auto industry. The film Finally we got the news was produced in 1970 together with the „League of Revolutionary Black Workers“. It draws a striking picture of the exploitation and racism at the workplaces as well as of the organizing efforts to fight back.

visions of labor – ratschlag

19.06.2008 - 20:00
22.06.2008 - 22:30

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traditionelle gewerkschaftliche Strategien sind angesichts der neuen globalen Ökonomie in der Krise. Doch es gibt zukunftsweisende Ansätze für eine erfolgreiche Gewerkschaftsarbeit. Das Projekt "Visions Of Labor" (http://visions-of-labor.org) stellt solche Beispiele aus allen Kontinenten auf seiner Website vor und lädt im Juni 2008 zu einem Ratschlag nach Berlin. Im weiteren Verlauf des Projektes werden eine interaktive DVD und ein Dokumentarfilm zum Thema entstehen.

Gewerkschaftliche AktivistInnen aus Asien, Südamerika und Europa stellen ihre aktuellen Projekte vor. Im Zentrum der Workshops, Diskussionsveranstaltungen und Filmvorführungen steht die Frage, wie unter den Bedingungen des 21. Jahrhunderts erfolgreich Solidarität und Gegenwehr organisiert werden kann. Themen (u.a.): die Übernahme des Reifenwerks Euzkadi als Kooperative (Mexiko), Organizing in der BRD, Labor News Production (Südkorea), Ansätze globaler branchenweiter Organisierung (T&G, England), Globalization Monitor China, Transnational Information Exchange (t.i.e.), Stadtteilarbeit der Gewerkschaft SUD (Frankreich), das Projekt Forum Arbeitswelten (China, BRD), LabourNet Germany und Chefduzen (BRD), Sinaltrainal und die Coca-Cola Boykott Kampagne (Kolumbien).

Die Website http://visions-of-labor.org

Visions Of Labor stellt internationale best-practice Beispiele für neuartige und erfolgreiche Gewerkschaftsarbeit vor. Dabei geht es vor allem um selbstorganisierte und internationalistische Ansätze, die beispielhaft sind im Angesicht eines globalisierten Kapitalismus. Die Website mit Texten, Videos und Links dokumentiert die Rechercheergebnisse. Das veröffentlichte Material ist teilweise gesammelt, teilweise selbst produziert. Die Arbeit soll zu einer realen Vernetzung internationaler Projekt beitragen.

Für weitere Informationen stehen wir gerne zur Verfügung:

visions@visions-of-labor.org
Oliver Lerone Schultz (laborB*) 0176 - 6323 5749

Zanon, eine Fabrik unter ArbeiterInnenkontrolle

14.06.2008 - 18:30
14.06.2008 - 22:00
Gast:
Gabriel Reyes Caballero – FaSinPat/Zanon

Die Kachelfabrik Zanon liegt in der Provinz Neuquén in Patagonien-Argentinien. 1980 während der Militärdiktatur erbaut, subventioniert durch staatliche Gelder. Der Besitzer Luis Zanon, gehört einer multinationalen Wirtschaftsgruppe an und agierte u.a. als Strohmann bei der Privatisierung der argentinischen Luftlinie. Er gehörte zu den Geschäftsleuten, die Präsidenten Menem nach der Diktatur durch Subventionen in Millionenhöhe begünstigte und Zanon gehörte im Jahr 2000 zu den ersten 100 Betrieben, die größere Gewinne machten. Trotzdem beginnt der Fabrikbesitzer 2000 mit einer »Krisenprävention«, und entlässt 120 Arbeiter. Währenddessen erhielt Zanon Kredite in Mio.höhe von Weltbank, Staatskassen, der Provinz, u.a.. Die ArbeiterInnen wollten die Situation nicht mehr ertragen und nahmen die gewerkschaftliche Organisierung wieder auf, begannen sich mit ArbeiterInnen anderer Sektoren zu vernetzen, die gleiche oder ähnliche
Probleme hatten.
Am 1.10. 2001, nachdem Zanon die Löhne einbehielt und verschiedene Dienstleistungen kürzte, begannen Vollversammlungen und Maßnahmen gegen die Ausräumung der Fabrik. Zanon entlässt daraufhin 380 Arbeiter. Am 2.3.2002 beginnt die Fabrik schließlich unter ArbeiterInnenkontrolle zu produzieren, anfangs
mit 260 ArbeiterInnen. Die Mapuche-Gemeinden des Landes bieten Lehmbruch für die Produktion an. Dies war der Beginn eines lange Kampfes gemeinsam mit Mapuche-Gemeinden, Instituten verschiedener Universitäten, Gewerkschaften, Menschenrechtsorganisationen, Arbeitslosengruppen, Künstlern usw., die dafür
Sorgen, dass die Fabrik nicht geräumt wird. Ein Kampf der bis heute andauert.
Nach vielen juristischen Auseinandersetzungen, fordern die ArbeiterInnen der FASINPAT von der Regierung ein Enteignungsgesetz und die Verstaatlichung unter Leitung der ArbeiterInnen, um die anhaltende Bedrohung durch Justiz und Armee abzuwenden.