Empathy Now - Theaterkampagne

Das Theaterprojekt der UN-Millenniumkampagne startet in Berlin eine Theatertournee und versteht sich dabei als multimediale und mehrdimensionale „Schnittstelle zwischen künstlerischer Praxis und politischer Kampagne“.

Alle drei Sekunden stirbt ein Kind an den Folgen extremer Armut...

Im September 2000 haben sich in der UN-Vollversammlung 189 Staaten in einer UN Millenniumdeklaration mit der konkreten Agenda von acht Millenniumszielen (MDGs) bis 2015 zur Bekämpfung der extremen Armut verpflichtet. 2007 zur Halbzeit der MDGs haben sich die G8 mit real sinkender Entwicklungshilfe und dem Stillstand der Handelsrunden weit hinter die Versprechen von 2000 zurück entwickelt. Es wird Zeit Ernst zu machen.

Voices Against Poverty-No Excuse 2015: Mit der “Empathy Now - Theaterkampagne” in Kooperation mit der UN Millenniumkampagne und dem Deutschen Entwicklungsdienst fordern wir dazu auf sich dem weltweiten Kampf gegen extreme Armut anzuschließen.

Mit der “Empathy Now - Theaterkampagne” begeben wir uns an die Schnittstelle zwischen künstlerischer Praxis und politischer Kampagne. Wir glauben an die politische Kraft, die Theater entwickeln kann, wenn es vermag, Welt sichtbar und erfahrbar zu machen. Theater wird Kampagne. Kunst wird Politik.
Während die klassischen politischen Institutionen zunehmend machtloser erscheinen und Politik in ihrer Funktion das Unmögliche, möglich machen zu wollen, rar geworden ist, verstehen wir unser Projekt, mit seiner Ausrichtung auf „Eine Welt“, als Teil einer politischen und kulturellen Praxis des
Engagements.

Fernstenliebe

Mit der “Empathy Now - Theaterkampagne“ wollen wir der Frage nachgehen, wie neue Formen einer solidarischen Praxis erprobt und eingeübt werden können. Der Begriff Empathie lieferte die Folie, uns dem Phänomen Armut mit einer aktiven, sehr persönlichen Selbstbefragung zu nähern.
Im Angesicht des moralischen Skandals, den die extreme Armut heute auf dieser Welt darstellt, geht vom Mitgefühl, als einer essentiellen Eigenschaft des Menschen ein zentraler Handlungsimpuls aus.
Mit der “Empathy Now - Theaterkampagne“ begeben wir uns auf die Suche nach den Triebkräften, die mich als Mensch mobilisieren, Verantwortung zu übernehmen. Die Suche nach praktischen Antworten, dreht sich um Begriffe wie Weltbürgerschaft und solidarische Ökonomie, als Eckpfeiler einer künftigen globalen Gemeinschaft, nach deren subjektiven Voraussetzungen wir fragen. Wir verstehen die “Theaterkampagne“ als Trainingsprogramm für Empathie und Weltbürgerschaft - für Fernstenliebe und Solidarität. Training von Empathie ist dringend nötig für das zeitgenössische Bewusstsein; dieses ist primär eingeübt in kurze Reizungen und modische Wellen. Es ist konditioniert auf schnelles Vergessen eines eben noch überwältigenden Ereignisses. Empathie als subjektive Grundbedingung für Solidarität, Mitgefühl, Mitleid und Einfühlung in diese „Eine Welt“ wird zum Gegenstand der Theaterarbeit. Es wird nach den Voraussetzungen, Motivationen und Hindernissen für Empathie und Solidarität mit den Armen in der heutigen politischen und ökonomischen Weltordnung gefragt.

Kampagnenstart 2007

Auftakt für eine bundesweite Theaterkampagne bildet das 14 tägige Programm in den Sophiensælen, Berlin. Es umfasst neben dem Theaterstück “Empathy Now“ (Premiere: 4.10.2007), Podiumsdiskussionen, eine Filmvorführung, Ausstellung im Foyer, Stadtspaziergänge und Schülerworkshops.

Das “Empathy Now“ Projekt in Berlin wird von einem Filmteam begleitet. Fertigstellung der Dokumentation voraussichtlich Ende 2007.(Siehe “Video“)
Eine Lecture Performance ist ebenfalls in Vorbereitung. Premiere voraussichtlich Dezember 2007.

#1 Theater

“Empathy Now“ ist eine Stückentwicklung mit fünf Darstellern/innen. “Empathy Now“ wird als Work in Progress in einem insgesamt achtwöchigen Probenprozeß gemeinsam mit dem Ensemble entwickelt. In einer dreiwöchigen Vorprobenphase im Juli wurde in sechs Workshop-Blöcken mit Referent/innen des DED und der UN Millenniumkampagne in das Thema eingeführt. Begleitend fand ein Workshop zu Figuren und Spielsituation statt; Leitung Martin Clausen. Zusammen mit dem Ensemble entwickelten wir erstes szenisches Grundmaterial, das, zu einem ersten Stückentwurf verdichtet, Ausgangspunkt für die zweite sechswöchigen Probenphase ab Ende August wird. Die Entwicklung der musikalischen Anteile wird in die Improvisationsarbeit integriert, um eine organische Verbindung zwischen Text/Stimme, Musik und Bewegung zu entwickeln.

#2 Video

Das Video bzw. der Film ist ein Doku-Projekt, das den oben ausgeführten Prozeß der Selbstbefragung und Auseinandersetzung des Ensembles mit den Themen der globalen Armut und die Entstehung des Theaterstücks sichtbar macht. Das Video beschreibt die Konflikte, Ängste, Fragen, die Befangenheit im Eigenen, die sich entwickelnden Erkenntnisprozesse und die Positionen der Akteure.
Das filmische Material hat drei Ebenen: 1. Die begleitende Dokumentation der Probenarbeit 2. Eine thematische Verdichtung des dokumentarischen Materials in Interviews mit den beteiligten Darstellern, dem Team, den Beteiligten vom DED und der UN Millenniumkampagne 3. die Fiktion: Hier werden bestimmte Situationen aus der Probenarbeit in einem Kunstraum als isolierte Situation reproduziert, bzw. noch einmal durchgespielt.
Die Montage des Films nimmt die Entstehung des Theaterstücks als dynamischen Prozess der Beteiligten auf. Die im realen Raum wie im Kunstraum dokumentierten Phasen und Situationen nehmen die Dynamik des Kommunikationsprozesses auf. Großaufnahmen und Details sollen den Entstehungsprozess intensiv und nah miterleben lassen. Als kontrastierendes Moment legen die Interviews durch eine reduzierte Kamera den Fokus auf die individuellen Reflektionen. Das Montagekonzept ist ein nonlineares, collagenartiges, das den realen Produktionsprozess des Projekts nicht in seiner zeitlichen, sondern in seiner thematischen Struktur aufgreift.
Ziel ist es, die Arbeit der Akteure mit dem Thema globale Armut transparent und erlebbar zu machen, um auch hier eine empathische Bindung des Zuschauers zu erreichen. Der Film entsteht in Zusammenarbeit mit einem mobilen dreiköpfigen Team, das praktisch und inhaltlich an die Theaterarbeit angeschlossen ist.

#3 Lecture Performance

Mit der Lecture Performance bedienen wir uns eines modernen performativen Formats, in dem theatrale Performance und klassischer Vortrag eine Verbindung eingehen. Es ist mit einem Schauspieler und einer Bildprojektion (Beamer +
Overhead) flexibel und räumlich leicht adaptierbar. Die Lecture Performance wird aus dem Theaterstück und dem dafür verwendeten Material entwickelt.


04.10.07, 20h | Premiere | Festsaal

05.-07.10. & 10.-14.10.2007, 20h | Vorstellungen
Öffentliche Generalprobe 03.10.2007, 20h
Sophiensaele • Sophienstraße 18 • 10178 Berlin
Kartentelefon 030 283 52 66

Inszenierung: Dirk Cieslak
Dramaturgie: Annett Hardegen
Musikalische Leitung: Santiago Blaum
Ausstattung: Kerstin Eichner
Schauspielertraining: Martin Clausen
Technik: Dirk Lutz
Assistenz Ausstattung: Felix Eckert
Assistenz Regie: Lena Mody
Produktionsleitung Lubricat: Hendrik Unger
Projektleitung/PR UN Millenniumkampagne Bonn: Ralf Birkner Workshopkoordination DED: Katrin Koops


Von und mit: Kristina Brons | Anja Marlene Korpiun | Eva Löbau | Vannessa Stern | Niels Bormann

Im September 2000 haben sich in der UN-Vollversammlung 189 Staaten in einer UN Millenniumdeklaration mit einer Agenda von acht Millenniumszielen (MDGs) bis 2015 auf die Bekämpfung der extremen Armut verpflichtet.

„Wenn ein Mensch verletzt ist, wenn er Hunger hat, wenn er - an Körper und Geist - die Demütigung des Elends erleidet, empfindet er Schmerz. Als Zeuge des Leids, das einem anderen Menschen zugefügt wird, empfinde ich in meinem Bewusstsein seinen Schmerz, und dieser Schmerz erweckt mein Mitgefühl, löst einen Impuls der Fürsorglichkeit aus und überhäuft mich mit Schande. Und drängt mich zur Tat.“ Jean Ziegler | Das Imperium der Schande

„Empathy Now“ ist ein Trainingsprogramm für Empathie und Weltbürgerschaft, für Fernstenliebe und Solidarität. Mit seiner neuen Stückentwicklung schließt sich Lubricat, in Kooperation mit der UN Millenniumkampagne und dem DED, dem
weltweiten Aufruf zum Kampf gegen extreme Armut an und begibt sich an die Schnittstelle zwischen künstlerischer Praxis und politischer Kampagne - Theater wird Kampagne, Kunst wird Politik.




Kontakt

Lubricat | Produktion | Hendrik Unger
Unger(at)lubricat.de | Fon 030 417 257 17 | mobil 0171 217 05 77

Millenniumkampagne Bonn| Projektleitung/PR | Ralf Birkner
ralf.birkner(at)millenniumkampagne.de | Fon 0228-8152267
Fax 0228-8152950 | mobil: 0160-96984854

DED Deutscher Entwicklungsdienst | Regionale Bildungsstelle
NRW zum Aktionsprogramm 2015 | Katrin Koops
Fon 0211-83680100 | Fax: 0211-836801012

Sophiensæle | Öffentlichkeitsarbeit | Anna Poeschel
poeschel(at)sophiensaele.com | Fon 030 278900-33

www.lubricat.de
www.millenniumkampagne.de
www.stell-dich-gegen-armut.de
www.ded.de
www.sophiensaele.com

Kartentelefon 030 283 52 66