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Published on globale Filmfestival (http://www.globale-filmfestival.org)

Zerklüftete Zukunft


Sonderwirtschaftszonen: Räume und Ränder des globalen Kapitalismus organisiert von globale-Filmfestival & laborB *

Globalisierung: anfänglich vor allem als Versprechen einer prosperierend-mondänen Weltgesellschaft gesehen, stellt sich heute zynisch in Form zunehmender und neuer räumlicher Verwerfungen dar. Das gilt vor allem für die global organisierte Arbeitswelt und ihre weltweiten Produktions- und Ausbeutungszusammenhänge. Das Phänomen der sog. »Sonderwirtschaftszonen« (SWZ) bringt diese neue Raum(un)ordnung auf den Punkt und wird zur traurigen Realmetapher für die neuen globalen Zustände insgesamt.

Ziel des Programms ist, die Realitäten dieser SWZs sichtbar und ihre verwickelten Topologien und Logiken verhandelbar zu machen. So werden Geschichte, Logik und Entwicklungsmuster dieser Sonderräume in einem filmischen Rückgriff nachgezeichnet: The Global Assembly Line (USA 1986) reist zu Zeiten, als die jüngste Welle der Globalisierung begann, von Tennessee nach Mexico von Silicon Valley in die Philippinen und portraitiert das Leben der arbeitenden Menschen in den frühen „Freihandelszonen“ sowohl in den „Entwicklungsländern“ wie auch den USA – und zeigt die „Geschäftsentscheidungen“ die sich in diesen Zonen ausdrücken. Eldorado de plastique (Frankreich 2001) bildet die informellen Sonderwirtschaftszonen im gegenwärtigen Europa ab, zeigt die Obstfelder in Spanien, die mit Hilfe migrantischer, illegalisierter Arbeit betrieben werden und auch die Schwierigkeiten für gewerkschaftliche Selbstorganisation.

Film ist aber auch ein Mittel im Arsenal der Anstrengungen derer, die an raum- und grenzübergreifende Solidarität glauben. So werden AktivistInnen gewerkschaftlicher Selbstorganisierung aus einer SWZ in Sri Lanka sich entlang der Video-Dokumentation Katunayake Free Trade Zone and the Kotmale Project von Jesper Nordahl mit KollegInnen aus Berlin und aus anderen Weltregionen über global organisierte Solidarität austauschen. Maquilapolis (Mexiko 2006) ist ein Filmprojekt von mexikanischen Arbeiterinnen über ihre Arbeit in den Exportsweatshops (Maquiladoras) in Tijuana. Der Film dokumentiert nicht nur anschaulich die systematische Ausbeutung weiblicher Beschäftigter in den Sonderzonen, er ist auch Teil eines Versuchs der medialen Selbstermächtigung und der internationalen politischen Vernetzung. Auch hier werden wir mit Aktivistinnen des Projektes diskutieren können und neue Zusammenhänge herstellen.

– Und auch Hartz IV wird in dieser Thematisierung neuer ökonomischer Sonderräume nicht ganz unerwähnt bleiben...

 

Gäste / Kooperationen:

Padmini Weerasooriya / Ayomi Miriyagalla – Women‘s Centre / Free Trade Zones Workers Union, Sri Lanka, ExChains, transnational information exchange (.tie), Grupo Factor X / Promotoras por los Derechos de las Mujeres

tie Asien: www.tieasia.org [1]
this tuesday: http://thistuesday.org [2]
PC global: www.pcglobal.org [3]
ExChains Projekt: www.exchains.verdi.de [4]
Clean Clothes: www.oneworld.at [5]


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http://www.globale-filmfestival.org/de/node/1170